Stadtrat

CSU-Stadtratsfraktion 1996-2002 Als ich von der CSU wegen einer Stadtratskandidatur angesprochen wurde, sah ich eine Chance meine Erfahrungen und meine Arbeit auf einer anderen Ebene fort- setzen zu können. Der große Bereich Kinder, Jugendliche und Familie, für die ich als Sprecherin seit meiner Wahl 1996 zuständig bin, beansprucht mich vollkommen. Die Aufgaben "meines" Jugendamtes sind sehr vielfältig, von Vormundschaften, Ausbildungsförderung, Beistandschaften, Erziehungshilfen im weitesten Sinn, über Tagespflege, Horte, Lernstuben, Kindergärten, Krippen, Jugendgerichtshilfe, Er- ziehungsberatungsstelle, bis zur Drogen-/Sucht-/Sexual- und Schwangeren Beratung.
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Hier möchte ich, als Beispiel, einen meiner Arbeitstage Ende Oktober vorstellen.
Um 11 Uhr gratuliere ich im Namen der Stadtverwaltung und des Oberbürgermeisters einer Frau zum 95. Geburtstag. Ein kleines Geschenk und den Brief des Oberbürgermeisters habe ich mir schon vor 2 Tagen im Rathaus abgeholt. Die Blumen hole ich unmittelbar vorher. Das ist für mich immer etwas umständlich, weil in unserer Nähe kein Blumengeschäft ist. Anschließend fahre ich dann, selbstverständlich mit dem Fahrrad, in die Donaustraße. Das ist nicht weit und das Haus ist leicht zu finden,das ist nicht immer so. Da ich angekündigt wurde, werde ich schon von der Familie, Nachbarn und natürlich der Jubilarin erwartet. Sie ist gut aufgelegt, fröhlich erzählt sie. Es wird viel gelacht und da ich auch ein Ehepaar von gemeinsamer sportlichen Betätigung kenne, vergeht die Zeit wir im Flug. Um 11.40 Uhr muß ich auf jeden Fall zu meiner nächsten Verabredung gehen. Ich bin schon fast zu spät dran, soll aber unbedingt noch den Geburtstagstisch im anderen Zimmer anschauen.

Etwas abgehetzt komme ich zu dem verabredeten Treffen in den Arkaden. Ich bin froh, dass meine Gesprächspartnerin noch nicht da ist, denn ich mag es nicht, wenn ich zu spät komme. An einem ruhigen Platz möchte ich mit ihr ein Interview führen, das dann im CSU-Blickpunkt OV-Süd veröffentlicht wird. Frau E. ist die Koordinatorin eines Basars , der seit 14 Jahren 2x im Jahr stattfindet. Beim letzten Mal im Oktober war ich vor Ort, habe mir allse angeschaut und mein Mann hat die Helfer/innen fotografiert vor den sortierten Waren. Obwohl wir immer wieder etwas vom Thema abschweifen, kommen wir gut voran. Um 13.45 Uhr müssen wir beide aufbrechen. Meine Gesprächspartnerin geht zu ihrer Arbeitsstelle und ich zum nächsten Termin ins Umweltamt. Dort überlegen wir zu dritt die Fragen und den Termin des Moderatorinnen/Moderatoren-Treffens, dass in kurzer Zeit stattfinden muss. Denn am 16. des kommenden Monats wird ein ganztägiges Jugendforum zum Thema Zukunft - von mir u.a. CSU-Stadträtinnen beantragt - durchgeführt werden und dafür brauchen wir sie. Der Vorteil einer kleinen Gruppe, nämlich nur wenig unterschiedliche Meinungen, bringt es mit sich, dass wir schnell fertig sind.

Als ich heimkomme, hatte mein Mann bereits Lebensmittel eingekauft und ich kann Brotscheiben belegen für eine kleine private Feier bei unserem jüngeren Sohn. Wir kommen pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt an.

Gut war an diesem Tag, dass alle Orte nah beieinander lagen und ich außerdem keine Leerzeiten zwischen den Terminen hatte. Da ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, muss ich immer auch etwas mehr Zeit für den Weg einplanen. Verabredungen, Termine hat eine Stadträtin/Stadtrat fast täglich. Es gibt nur wenige" freie" Tage und nur wenige ganze Wochenenden zur "freien" Verfügung. Besonders anstrengend sind sehr lange Sitzungen und wenn ich in einer Woche an mehreren Abenden unterwegs bin.