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Kindheit Mein Name ist Gisela Baumgärtel, geboren am 2.4.1941 und ev.luth. getauft in Regnitzlosau/Oberfranken, einem Dorf mit (zu dieser Zeit) ca. 1400 Einwohnern, gelegen im Dreiländerteck Bayern-Sachsen-Böhmen. Nach dem Krieg Grenzland zur Tschechoslowakei und DDR, wenige Kilometer vom Eisernen Vorhang.
Mein Vater war Fleischbeschauer und Nebenerwerbslandwirt, meine Mutter Hausfrau. Zusammen mit meiner 8 Jahre älteren Schwester wuchs ich in einfachen Verhältnissen auf. Es war Krieg, mein Vater wurde verspätet eingezogen, dafür blieb er etwas länger in Gefangenschaft. Meine Mutter musste uns alleine durchbringen. Und weil meine Schwester auch nicht immer begeistert war wenn sie mich am Hals hatte, wuchs ich ohne äußere Zwänge auf. So eine große Schwester ist aber doch ganz praktisch. Sie erkämpfte Freiheiten die auch mir zugute kamen, ich konnte ihr widersprechen und ich beerbte sie. Kleidung die ihr nicht mehr passte, den Schulranzen, die Puppenstube und der Kaufladen (Vorkriegsware!) und später auch ihr Bett.
In der damaligen Zeit spielte Geld keine große Rolle - wir alle hatten keines. Umso mehr waren wir auf Nachbarschaftshilfe und Kreativität angewiesen, insbesondere als die Flüchtlinge 1945 in unser Dorf strömten. Als Kind empfand ich das Leben während des Krieges interessant: Wir hatten nachts Fliegeralarm, eine unserer Brücken wurde gesprengt, es regnete Silberpapier (daraus schnitten die Frauen Silberfäden für den Christbaum), Bekannte schliefen eine zeitlang bei uns, Frauen aus der Nachbarschaft kamen und weinten, es fielen so Begriffe wie gefallen oder vermißt und ich sah den ersten Neger.Ich verstand ja nicht was wirklich um mich herum passiert ist. |
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