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Jugend
Von 1947 - 55 besuchte ich die Volksschule im Ort. Immerhin gab es proJahrgang eine Klasse, meistens total überfüllt. Und weil die Buben immer so laut waren, bekamen sie Pfötchen. Ich engagierte mich als Sportwart und machte Büchereidienst. Schwierigkeiten hatte ich in der Schule nicht. Der Besuch einer höheren Schule im 20Km entfernten Hof/Saale war mir aus finanziellen Gründen nicht möglich. Außerdem gab es weder eine Zug- noch eine ausreichende Busverbindung. Ein Auto hatten wir auch nicht.
Regnitzlosau war, trotz seiner geringen Größe, für die umliegenden Ortschaften ein zentraler Anlaufpunkt.Hier gab es die Gemeineverwaltung und für das tägliche Leben notwendige Infrastruktur: Die einzige Kirche im Umkreis mit Pfarrer, Pfarramt und Friedhof. Für die Landwirtschaft wichtige Handels- und Handwerksbe- triebe, Poststelle, Arzt, Sägewerk, Schmied, Mühlen, Tankstelle, Metzger, Bäcker, alle sonstigen Lebens- mittel und Textilien, die Schmidt-Bank, Friseur, Flaschner, ein Haushaltwarengeschäft, ja sogar ein kleines Kaufhaus, eine Textilfabrik, einige Wirtshäuser (denn selbverständlich musste man "einkehren") und als Höhepunkt Kinovorstellungen am Sonntag im Vereinssaal. Langweilig war es für mich nie, es war immer etwas los.
Ab 1955 engagierte ich mich ehrenamtlich beim Roten Kreuz. Ich absolvierte die Grundausbildung, einenSanitäts- und Krankenpflegelehrgang, sowie verschidene Fortbildungen. Ich machte von 1955 - 58 eine Lehre als Einzelhandelskaufmann in einem Textilgeschäft unseres Dorfes und schloss diese mit Auszeichnung ab. Danach blieb ich in der Firma und arbeitete als kaufmännische Ange- stellte. Schaufenster dekorieren, kalkulieren, Preislisten erstellen, Rechnungen schreiben, Post bearbeiten, Inventur machen u.v.a. gehörte zu meinem Aufgabenbereich. |
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