Eigene Familie






Im August 1959 haben mein Mann Christof und ich in Regnitzlosau geheiratet, standesamtlich und kirchlich. Da mein Mann zu der Zeit bei der Firma Rosenthal in Waldershof als Ingenieur arbeitete ging ich mit ihm in die Oberpfalz. Ich war nicht berufstätig und konnte mich in Ruhe an die Ehe, ans Kochen und Haushalten gewöhnen. Zum Mittagessen kam mein Mann nach Hause, das war so üblich. Wir hatten einen Messerschmitt Kabinenroller und konnten unsere Freizeit geniesen. Damals las ich eine Menge Bücher.

Anfang 1962 fing mein Mann wieder bei seiner alten Firma in Rehau, der REHAU-PLASTIKS GmbH, zu arbeiten an. Die Wohnungssuche gestaltete sich etwas schwierig, uns wurde aber für den Sommer eine Wohnung zugesagt und wir wohnten auch nach der Geburt unseres Sohnes im April noch einige Wochen bei meinen Eltern. Die neue Wohnung war groß, 4 Zimmer + Wohnküche, aber noch Kohlenheizung. Unsere Verwandten lebten alle in der Nähe und da mein Mann in Rehau aufgewachsen war, hatten wir auch bald einen großen Bekanntenkreis. Nach 3 Jahren ergab sich die Möglichkeit in eine Betriebswohnung zu ziehen. Zentralheizung, im Bad ein großer Warmwasserboiler, Gemeinschaftswaschmaschiene + Trockner, ein Aufzug (Wohnung war im 4.Stock) und eine Garage (für unser inzwischen gebraucht gekauftes Auto) brachten richtig Luxus in unser Leben.
Überall gab es Kinder. Unsere Söhne, 1967 wurde der zweite geboren, hatten es leicht Freunde und Spielkameraden zu finden. Der Große wurde dann 1968 eingeschult. Wir waren sparsam, konnten gut leben und nach und nach unseren Haushalt so ergänzen, daß er unseren Wünschen entsprach.

Inzwischen war mein Mann Gruppenleiter geworden und als ihm im Frühjahr 1969 ein Umzug nach Erlangen in die neu aufgebaute Verwaltung angeboten wurde, nahm er an. Nachdem der Sommer vorbei, die Wohnung eingerichtet und das Kind in der Schule war, fand ich Kontakt zu einer Bürgerinitiative auf der Brucker Höhe. Als aktive, aber nicht berufstätige Frau konnte ich etwas Zeit mitbringen und war willkommen. Unser Ziel war die geplante Durchgangsstrasse zu verhindern und den vorhandenen (wilden) Spielplatz zu erhalten. Wir organisierten und betreuten (ehrenamtlich natürlich) Spielaktionen in den Schulferien. Unsere Kinder waren voll Begeisterung dabei, konnten sie doch Hütten bauen, malen, sich dreckig machen und, als sie älter waren, auch übernachten. Mein Mann war nur wenig beteiligt, halt manchmal am Wochenende.
Die Familie hatte sich gut eingelebt. Freunde gab es jede Menge. Die Kinder besuchten diverse Sport- und Musikkurse. Einer ging ins ASG, der andere noch in die Pestalozzi-Grundschule. 1976 kauften wir nach längerer Suche unsere jetzige Wohnung und konnten auch gleich einziehen. In dieser Zeit ergab sich dann auch mein Interesse für den Kinderschutzbund.
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